Die Narbenbehandlung umfasst Maßnahmen, die das Erscheinungsbild und vor allem die Funktion von Narbengewebe verbessern sollen. Eine Narbe entsteht als natürlicher Abschluss der Wundheilung, wenn tiefere Hautschichten verletzt wurden. Dabei wird der Defekt mit faserreichem Bindegewebe aufgefüllt, in dem die Kollagenfasern nicht mehr netzartig verflochten, sondern parallel angeordnet sind.
Narbengewebe unterscheidet sich daher von gesunder Haut: Es ist weniger elastisch und belastbar, enthält keine Haarfollikel und keine Schweiß- und Talgdrüsen und ist anfangs durch viele Blutgefäße gerötet, bevor es mit der Zeit blasser wird. Man unterscheidet unter anderem flache, eingesunkene (atrophe) Narben, erhabene (hypertrophe) Narben sowie Keloide, bei denen das Gewebe über die ursprüngliche Wunde hinaus wuchert. Narben können ziehen, spannen, die Beweglichkeit einschränken oder mit darunterliegenden Schichten verkleben.
Die manuelle Narbenbehandlung setzt erst nach vollständig abgeschlossener Wundheilung ein. Mit zunächst sanften, später kräftigeren Techniken werden die Narbe und ihre Umgebung mobilisiert: durch Ausstreichen, Verschieben, Dehnen und kreisende Griffe sowie das Lösen von Verklebungen zwischen den Gewebeschichten. Ziel ist es, die Narbe geschmeidiger und besser verschieblich zu machen, die Durchblutung anzuregen und die Beweglichkeit zu verbessern. Ergänzend kommen Pflegeprodukte, Silikonauflagen und bei Bedarf Kompression zum Einsatz.
Eine Narbenbehandlung kann sinnvoll sein, wenn Narben spannen, jucken, druckempfindlich sind, optisch stören oder die Beweglichkeit beeinträchtigen, etwa nach Operationen oder Verletzungen. Eine vollständige Beseitigung einer Narbe ist nicht möglich, ihr Zustand lässt sich jedoch in vielen Fällen spürbar verbessern.
Wichtig ist, dass die Wunde reizlos verheilt ist; an frischen, entzündeten oder offenen Stellen wird nicht behandelt. Bei auffälligen, stark wuchernden oder sich verändernden Narben ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.